Schule der freien ritterlichen und adeligen Kunst des Fechtens
Via Vigilantis
1570
Ein junger Schwertkämpfer steht auf einem Turnierplatz. In seinen Händen liegt ein Langschwert. Die Schneide ist stumpf, der Stahl dennoch hart.
Ihm gegenüber betritt ein gewaltiger Mann den Platz, die breiten Brauen zu einem einzigen Strich zusammengezogen. Auch in seinen Händen liegt eine stählerne Klinge.
Der Unterschied könnte zwischen ihnen kaum größer sein. Und doch betrachten sie einander aufmerksam, denn sie beide wissen:
Im Schwertkampf siegt selten der Stärkere. Sondern der, der Distanz, Timing und Technik beherrscht.
Präzision, Funktion, Wissen.
Genau solche Begegnungen fanden im 16. Jahrhundert auf den Fechtschulen statt. Dort wurden ohne moderne Schutzausrüstung und ohne Choreografie mit Schwert, Stange, Rapier, Dolch und auch unbewaffnet Turniere gefochten. Aus dem Kriegsfechten hervorgegangen, blieb das Ziel dasselbe: sich behaupten und Treffer setzen. Doch ein guter Fechter zeichnete sich nicht allein durch Kraft aus, sondern durch Präzision, Kontrolle und technische Kunstfertigkeit.
Genau darin liegt bis heute die Faszination des historischen Fechtens. Nicht rohe Kraft entscheidet, sondern die Fähigkeit, den eigenen Körper, die Waffe und den Moment zu kontrollieren. Es fordert Konzentration, Koordination und die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln.
Bei Via Vigilantis trainieren wir die Kampfkünste der europäischen Renaissance auf Grundlage historischer Quellen. Wir rekonstruieren ihre Techniken und Prinzipien, erproben sie im freien Fechten und vermitteln sie in einem sicheren, strukturierten Training.
Unser Ziel ist es, historisches Fechten als lebendige Kampfkunst erfahrbar zu machen – mit Präzision, Neugier und Respekt vor einem europäischen Kulturerbe, das weit mehr ist als der Umgang mit einer Waffe.
Wer ich bin
Mein Name ist Theresa Kammerhofer.
Seit nunmehr 7 Jahren trainiere und praktiziere ich das Bloßfechten im Rahmen der Guildam Gladiatorum Sankti Michaelis. Geprüft als Gesellin und Instruktorin liegt es mir am Herzen das Wissen um diese wunderschöne Kunst und den Weg der ritterlichen Künste weiterzugeben.
Häufig gestellte Fragen
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Das Bloßfechten beschreibt die historische Form des Fechtens, die im 16 Jahrhundert und darüber hinaus betrieben wurde. Es ist die Kunst des sicheren Fechtens mit verschiedenen Wehren wie Langschwert, Rapier, Dussak, Stange, Spieß und Dolch - ohne Schutzkleidung.
Ziel war es Treffer auf Oberkörper, Arme oder Kopf zu setzen ohne sein Gegenüber Schaden zuzufügen. Das Treffen der Hände und Finger (anders als beim Kriegsfechten der vorangegangen Jahrhunderte) war verboten, da es sich bei den Bloßfechtern jener Zeit hauptsächlich um Handwerker handelte, deren Lebensunterhalt daran geknüpft war ihre Werkzeuge am nächsten Tag zu benutzen.
Erwachsen aus dem Kriegsfechten oder Fechten aus “Ernst” hatte das Bloßfechten nicht das Ziel sein Gegenüber zu töten. Vielmehr ging es darum Kunstfertigkeit zu schulen und zu präsentieren. Nichtsdestotrotz sind die Prinzipien, die hinter den überlieferten Beispielen stehen, noch die selben wie zur Zeit als zum Beispiel Schwerter noch eine häufige Waffe auf Schlachtfeldern darstellten.
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Nur Sportkleidung, rutschfeste Schuhe und etwas zu trinken. Solltest du bereits ein Schwert besitzen, welches sich zum Fechten eignet, bringe es gerne mit.
Schutzkleidung ist keine notwendig.
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Nein.
Wir arbeiten mit Parradschwertern oder anderen stumpfen Klingen.
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In 24 Jahren Fechtunterricht und Rekonstruktion in der Guildam Gladiatorum Sankti Michaelis gabe es noch nie einen schweren Unfall.
Nichtsdestotrotz kommt es im Zuge von Kampfkunst manchmal zu blauen Flecken oder Kratzern. Wir legen großen Wert darauf immer nur in dem Tempo zu arbeiten, welches für das jeweilige Erfahrungslevel kontrollierbar ist, dennoch sind alle Beteiligten Menschen und Fehler passieren.